Pressemitteilungen

24. April 2013

Auf dem Weg zur individualisierten Medizin: 7. Nordkongress Urologie in Hamburg beendet

Hamburg. „Wir sind in der Urologie auf einem guten Weg, unseren Patientinnen und Patienten immer stärker individualisierte Therapien anbieten zu können“, so das Fazit von Kongresspräsidentin Professor Dr. Margit Fisch zum Ende des 7. Nordkongresses Urologie. Rund 800 Teilnehmer hatten die gemeinsame Jahrestagung der Vereinigung Norddeutscher Urologen e.V., der Brandenburgischen Gesellschaft für Urologie e.V. und der Berliner Urologischen Gesellschaft e.V. vom 18. bis 20. April 2013 im Kongresshotel Grand Elysée in der Hansestadt besucht.

Unter dem Motto „Urologie im Wandel zur minimalen Invasivität“ wurden mehr als 100 wissenschaftliche Beiträge präsentiert, die das komplette Spektrum der Urologie abdeckten und internationale Erkenntnisse in die tägliche Versorgung in Klinik und Praxis tragen. „Heute können wir viele Behandlungen zunehmend auf den Einzelfall abstimmen und abhängig vom Alter und Begleiterkrankungen des Patienten eine individuell angemessen Therapie wählen“, so die Direktorin der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Eppendorf weiter.

Auch am letzten Tag des Kongresses wurde dem Kongressmotto folgend in einer hochkarätig besetzten Prostatakarzinom-Sitzung darüber debattiert, welche Diagnostik und welche Therapien den Patienten eventuell erspart bleiben können. So wurde in einer Pro- und Contra-Diskussion diskutiert, ob eine sekundäre Entfernung der Lymphknoten bei einem PSA-Rezidiv den Patienten wirklich zugemutet werden sollte. Bei aller Kontroversität waren sich die Experten jedoch einig, dass die hierzu im Vorfeld häufig veranlasste Bildgebung mittels PET-CT für diese Fragestellung keine oder nur eine unzureichende Aussagekraft besitzt und besser nicht durchgeführt werden sollte.
Berichtet wurde auch über die sich rasch weiterentwickelnden Möglichkeiten der medikamentösen Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms. Unter dem Schlagwort “tailored therapies” wurde der Trend aufgezeigt, dass die Behandlungen in absehbarer Zukunft hoffentlich immer personalisierter und damit effektiver für die Patienten werden könnten, indem nach genetischer Untersuchung des Tumors nur solche Medikamente zum Einsatz kommen, die bei dem individuellen Tumor eines Patienten auch wirklich einen Effekt haben sollten.

Angesichts gut gefüllter Veranstaltungssäle, moderner Vortragsformate in Form von Pro- und Contra-Beiträgen oder Streitgesprächen sowie kurzer Wege zur großzügigen Industrieausstellung herrschte bei Veranstaltern und Teilnehmern gleichermaßen große Zufriedenheit. Außergewöhnlich positiv auch die Integration der Vereinigung urologischer Assistenzärztinnen- und ärzte, der German Society of Residents in Urology (GeSRU) e.V.: „Die Beteiligung junger Kolleginnen und Kollegen an der Moderation unserer wissenschaftlichen Veranstaltungen war ein großer Erfolg und bedeutet optimale Nachwuchsförderung“, sagt Professor Dr. Fisch.
Mit der Vergabe dreier Promotionsstipendien an Judith Saul, Lars Weisbach und Martin Weiss leisteten die norddeutschen Fachgesellschaften weitere Nachwuchsförderung. Wissenschaftliche Preise wurden in Hamburg ebenfalls verliehen an Jonas Ekrutt, Claus Brunken und Lukas Manka. Den Peter-Bischoff-Preis für eine herausragende wissenschaftliche Vortrags- oder Posterpräsentation auf dem Nordkongress vergab die Vereinigung Norddeutscher Urologen e.V. an Thomas Balks und an Alexander Winter.

Traditionell fand im Rahmen des 7. Nordkongresses ein Pflegekongress für medizinische Assistenz- und Pflegeberufe statt, der mit knapp 100 Teilnehmern ebenfalls sehr gut besucht war.
Anspruchsvolle Fortbildung vor Ort bieten die drei regionalen urologischen Fachgesellschaften aus Hamburg, Berlin und Brandenburg auch im nächsten Jahr: Zum 8. Nordkongress Urologie lädt die Brandenburgische Gesellschaft für Urologie e.V. vom 12. bis 14. Juni 2014 nach Cottbus ein.

 

8. April 2013

Muss wirklich jeder kleine Nierentumor operiert werden?

7. Nordkongress Urologie in Hamburg: Therapien auf dem Prüfstand

Hamburg. In wenigen Tagen öffnet der 7. Nordkongress Urologie seine Tore. Top-Urologen aus ganz Deutschland präsentieren vom 18. bis 20. April 2013 im Hotel Grand Elysée aktuelle Entwicklungen in ihrem Fach. Sie stellen frühere Standardtherapien auf den Prüfstand und diskutieren, bei welchen Erkrankungen nach neuestem Erkenntnisstand weniger Diagnostik und Therapie angezeigt sind. Für die Patienten heißt das im Einzelfall künftig weniger Belastung und mehr Lebensqualität.

Offizieller Beginn des Regionalkongresses der Vereinigung Norddeutscher Urologen e.V., der Brandenburgischen Gesellschaft für Urologie e.V. und der Berliner Urologischen Gesellschaft e.V. ist das Eröffnungsforum am Donnerstag, 18. April 2013, 12:00 Uhr. Kongresspräsidentin Prof. Dr. Margit Fisch, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Eppendorf, wird die Teilnehmer, Medienvertreter und weitere Gäste begrüßen. Direkt im Anschluss geht es um ein heißes Eisen: die Harnsteintherapie, der sich jährlich etwa 1,2 Millionen Patienten unterziehen müssen. Von außen mit Stoßwellen zertrümmern, den Zugang zum Stein über Harnröhre und Blase wählen, oder über die Flanke mit miniatusierten Instrumenten punktieren? Drei ausgewiesene Experten argumentieren im Streitgespräch. Mit der Frage nach einer Übertherapie der gutartigen Prostatavergrößerung thematisieren die Urologen in Hamburg eine weitere Volkskrankheit. Fast jeder zweite Mann über 50 Jahren ist betroffen.

Harninkontinenz ist ebenfalls Gegenstand des Hauptprogramms: Hier sorgte zuletzt der als Botox bekannte Wirkstoff Botolinium Toxin A dank der Zulassungserweiterung zur Behandlung der überaktiven Blase für neue Schlagzeilen. Einmal in die Harnblase injiziert, kann er unwillkürlichen Harndrang für Monate reduzieren oder unterbinden. „Dieser minimal-invasive Eingriff bedeutet für die Patienten einen maximalen Gewinn an Lebensqualität“, sagt Prof. Fisch. Auch die Behandlung von Nierentumoren ist im rasanten Wandel begriffen: Kaum hat sich die organerhaltende Nierentumorchirurgie mittels minimal-invasisver OP-Techniken etabliert, diskutieren die Urologen nun, ob überhaupt jeder kleine Nierentumor operiert werden muss. Risikoadaptierte Nachsorge bestimmt die aktuelle wissenschaftliche Diskussion beim Hodentumor.

Fehler in der Medizin galten lange als tabu – in Hamburg kommt auch dieses Thema aufs Tableau, denn Urologen wollen einen ärztlichen Kulturwandel im Umgang mit Fehlern. Ihr Fehlermanagementsystem CIRS-Urologie soll, nach der Devise „Fehler vermeiden durch Fehler melden“, für mehr Patientensicherheit sorgen.
Das letzte von vier Hauptforen zum Prostatakrebs behandelt u.a. die Metastasenchirurgie und beschließt am Samstag, 20. April den Nordkongress, zu dem rund 700 Teilnehmer erwartet werden. Zu den Referenten zählen prominente Vertreter der Urologie wie der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., Prof. Dr. Oliver Hakenberg, und der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V., Dr. Axel Schroeder.

Medienvertreter sind auf den wissenschaftlichen Veranstaltungen im Kongresshotel Grand Elysée willkommen. Prof. Dr. Fisch steht für Interviews auch vorab zur Verfügung.

 

14. März 2013

Norddeutschlands Urologen tagen in Hamburg

Auf der Suche nach schonenden Therapien

Hamburg. Wie viel Diagnostik und Therapie müssen sein? Auf dem 7. Nordkongress Urologie, zu dem rund 700 Teilnehmer vom 18. bis 20. April 2013 im Hotel Grand Elysée in der Hansestadt erwartet werden, diskutieren Norddeutschlands Urologen einen Paradigmenwechsel ihres Fachgebietes zur minimalen Invasivität. Mit Prof. Dr. Margit Fisch, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Eppendorf, ist erstmals eine Frau Präsidentin des Regionalkongresses, der jährlich von der Vereinigung Norddeutscher Urologen e.V., der Brandenburgischen Gesellschaft für Urologie e.V. und der Berliner Urologischen Gesellschaft e.V. veranstaltet wird.

Volkskrankheiten wie Harnsteine, die gutartige Vergrößerung der Prostata (BPH) und die erektile Dysfunktion, aber auch Tumoren von Harnblase, Niere und Prostata zählen zu den häufigsten Krankheitsbildern, die von Urologen behandelt werden. „Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse können wir heute einige diagnostische und therapeutische Methoden auf den Prüfstand stellen“, sagt Prof. Dr. Margit Fisch. Was können wir konservativ behandeln? Wann müssen wir umschwenken auf eine interventionelle Therapie? Was geht minimal-invasiv bei gutartigen Erkrankungen wie der BPH, in der Steintherapie, der rekonstruktiven Urologie oder in der Tumortherapie? Was ist bei einem immer älter werdenden Patientenkollektiv sinnvoll? So lauten aktuelle Fragestellungen, die auf dem 7. Nordkongress unter dem Motto „Urologie im Wandel zur minimalen Invasivität“ thematisiert werden. „Wir sind zunehmend in der Lage, unser Eingreifen am individuellen Patientenrisiko auszurichten und damit im Einzelfall eine bessere Lebensqualität zu erhalten“, sagt Prof. Fisch, die in ihrer Funktion als Präsidentin der Vereinigung Norddeutscher Urologen e.V. dem diesjährigen Nordkongress vorsteht.

Weniger ist manchmal mehr – das gilt zum Beispiel für die risikoadaptierte Nachsorge beim Hodentumor, die in vielen Fällen eine Verringerung der Strahlenbelastung durch Computertomographien bedeutet. Gleichzeitig ermöglicht die Spermienkonservierung im Vorfeld der Behandlung den meist jungen Betroffenen eine spätere Vaterschaft, die für ihre Lebensqualität entscheidend sein kann. Kleine Nierentumore können und sollten heute wenn möglich organerhaltend operiert werden, da in den letzten Jahren klar gezeigt werden konnte, dass das Überleben der Patienten im Vergleich zur kompletten Entfernung der Niere verlängert werden kann und dies unabhängig von der Krebserkrankung. Der Eingriff kann bei Patienten mit kleinen Tumoren und oberflächlicher Lage minimal-invasiv, das heißt DaVinci assisitiert oder laparoskopisch durchgeführt werden. Bei Männern mit Niedrigrisiko-Prostatakarzinom ist die aktive Überwachung (Active Surveillance) neben Bestrahlung und Operation laut S3-Prostatakarzinom-Leitlinie schon heute eine nicht-invasive Behandlungsalternative. Hat der frühere Standard bei der Entfernung von Harnsteinen – die berührungsfreie Zertrümmerung durch Stoßwellen (ESWL) – Bestand oder ist es dank neuer OPTechniken und neuer Instrumente schonender für den Patienten sie über eine Punktionsstelle endoskopisch zu entfernen? Auch diese Frage werden die Experten in Hamburg diskutieren.

Mit dem „Konzept Nordkongress“ bündeln die drei regionalen urologischen Fachgesellschaften aus Hamburg, Berlin und Brandenburg ihre Kräfte und sichern Fortbildung vor Ort auf hohem Niveau. Ein Pflegekongress samt Hospitationen in Hamburger Praxen, Kliniken und Betrieben für nichtärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört dazu. Mit der Vergabe diverser Preise und dreier Promotions-Stipenden fördern die Fachgesellschaften ihren medizinischen Nachwuchs. Im Rahmen der Berufspolitik geht es auf dem 7. Nordkongress um mehr Patientensicherheit durch das Fehlermanagement-System CIRS-Urologie.

Medienvertreter sind auf den wissenschaftlichen Veranstaltungen im Kongresshotel Grand Elysée und den Workshops, etwa zur sonographischen Diagnostik und modernen Harnsteinentfernung, willkommen. Prof. Fisch steht für Interviews auch vorab zur Verfügung.

Weitere Information:
Pressestelle Nordkongress
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg

Tel: 040 – 79 14 05 60
Fax: 040 – 79 14 00 27
Mobil: 0170 – 48 27 28 7

Mail: redaktion@bettina-wahlers.de
Internet: http://nordkongress2013.de