Der artifizielle Sphinkter “Zephyr ZSI 375″ bei inkontinenten Neoblasen

Pottek T.S.1, Böhmer T.1, Sadri B.1, Furchert S.1, Pape D.1, Igelmann H.1, Ovenbeck R.1

1 Asklepios Westklinikum Hamburg, Hamburg, Deutschland

Die operative Behandlung der anatomischen Inkontinenz bei männlichen Neoblasenträgern ist anders zu sehen, als die nach Prostatektomie.

Die Neoblase produziert nur einen sehr geringen Druck, die Entleerung erfolgt mit der Schwerkraft unter Assistenz der Bauchpresse. Eine Inkontinenz ist daher ein Zeichen des vollständigen Verlustes der Sphinkterfunktion. Der Bauchraum ist aufgrund der Ausschaltung des Darmsegmentes für die Neoblase mehr oder weniger stark narbig alteriert.

Es bietet sich hier ein neuer artifizieller Sphinkter an, der keinen zusätzlichen druckregulierenden Ballon hat, sondern ausschliesslich perineo-skrotal implantiert wird. Zudem läßt er sich postoperativ durch eine Silikonmembran adjustieren.

Wir haben 5 Zephyr ZSI 375 bei inkontinenten Neoblasenträgern implantiert. In einem Fall musste der Druck zweimal korrigiert werden, alle funktionieren ungestört bei einer Nachbeobachtungszeit von 3 – 15 Monaten.

Alle Patienten sind vollständig Kontinent, zwei benutzen eine so genannte “Sicherheitsvorlage” pro Tag.

Ob der Zephyr ZSI 375 eine Lösung für die post-Prostatektomie-Inkontinenz ist, kann noch nicht bewertet werden.

Für die inkontinente Neoblase scheint er sich als Alternative zu bewähren.